Der Chauffeur
Mein Name ist Frithjof Meißner
Wie Sie sicher schon vermutet haben, bin ich weder hauptberuflicher Chauffeur noch betreibe ich ein Unternehmen. Die Fahrten in meinem Jaguar biete ich im Rahmen meines Oldtimer-Hobbys an.
Früher war ich Studiendirektor an einem Gymnasium und habe Englisch, Französisch, Italienisch und Informatik unterrichtet. Außerdem habe ich die Kontakte zu unseren Partnerschulen in Europa, Afrika und den USA koordiniert.
Seit einigen Jahren bin ich pensioniert, aber nicht untätig: Ich gebe Nachhilfe, vor allem in Mathematik, und habe Reisen nach Frankreich und auf die Britischen Inseln geleitet.
Autoleidenschaft
Solange ich denken kann, haben mich Autos fasziniert – technisch ebenso wie in ihrem Design und ihrer kulturhistorischen Bedeutung. Ganz besonders haben es mir die „alten Engländer“ angetan. All das findet sich auch in meinem Jaguar: ein 3,8 Liter großer Sechszylinder und eine verschwenderische Fülle an Holz und Leder, fast wie im Clubzimmer eines englischen Herrenhauses.
Wie kommt man zu einem Oldtimer?
Die Antwort ist einfach: Man hat eine Tochter, die Hochzeitsfotografin ist und auf die Idee kommt, der Herr Papa könne doch das passende Auto für diese Anlässe stellen – sie weiß ja, wie begeistert er von Oldtimern ist.
So begann die monatelange Suche nach einer Hochzeitslimousine. Repräsentativ und schön sollte sie sein, aber kein untermotorisiertes Verkehrshindernis. Bald war klar: ein Jaguar der Sechziger, aber größer als der allgegenwärtige Mk II. Und natürlich weiß – „Hochzeitskutschen“ sind traditionell weiß!
Ein weißer S-Type erfüllte alle Kriterien, doch diese Autos sind so selten auf dem Markt wie Schnee im Juli. Fand ich einmal einen, war er meist British Racing Green, oft blau, manchmal schwarz. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich bei der Oldtimer-Agentur Claus Mirbach in Hamburg endlich meinen weißen S-Type fand – mit dem ersehnten 3,8-Liter-Motor. Schon bei der Probefahrt glitt er so kraftvoll und souverän dahin, dass er mich sofort überzeugt hat.
Die Preisverhandlung gestaltete sich bei einer guten Tasse Kaffee und netten Gesprächen auch abseits nüchterner Zahlen sehr angenehm. So wurde ich Besitzer dieses Prachtstücks englischer Ingenieurskunst.
Ich würde mich freuen, Sie oder die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, damit zur Hochzeit oder zu einem anderen Anlass Ihrer Wahl fahren zu dürfen.